Starkregen: Eine wachsende Gefahr für Haushalte
Starkregen-Ereignisse nehmen klimabedingt zu. Das Tückische: Im Gegensatz zu Hochwasser können Starkregen-Schäden überall auftreten – nicht nur in traditionellen Überschwemmungsgebieten. Keller?, die noch nie überflutet wurden, stehen plötzlich unter Wasser. Und die Standard-Hausratversicherung greift nicht automatisch.
Was die Standard-Hausratversicherung bei Starkregen NICHT deckt
Klare Ansage: Die Standard-Hausratversicherung deckt Schäden durch eindringendes Regenwasser nicht ab. Das gilt für:
- Überflutete Keller durch Starkregen
- Durch Regenrinne eindringendes Wasser
- Rückstau? aus der Kanalisation
- Überschwemmung? durch steigende Bäche oder Grundwasser
Ohne zusätzlichen Elementarschutz bleiben Sie bei diesen Schäden am Hausrat? vollständig auf den Kosten sitzen.
Was die Hausratversicherung bei Sturm + Regen DOCH deckt
Es gibt einen wichtigen Unterschied: Wenn ein Sturm (ab Windstärke 8) ein Fenster aufdrückt oder das Dach beschädigt und danach Regen eindringt und den Hausrat schädigt – dann ist das versichert. Hier handelt es sich um einen Sturmschaden?, der den Wassereinbruch verursacht hat.
Der Unterschied im Detail:
- Sturm schlägt Fenster ein → danach nasser Hausrat → versichert
- Regen füllt überladene Kanalisation → Rückstau in Keller → nicht versichert (ohne Elementarschutz)
Elementarschadenversicherung: Die notwendige Ergänzung
Für umfassenden Schutz bei Starkregen brauchen Sie die Elementarschadenversicherung als Zusatzbaustein. Dieser deckt ab:
- Überschwemmung durch Starkregen und Flüsse
- Rückstau aus öffentlichen Kanälen
- Eindringendes Grundwasser
Wie wir in unserem Elementarschutz-Ratgeber erklären, lohnt sich diese Erweiterung für die meisten Haushalte – besonders in urbanen Bereichen mit alter Kanalinfrastruktur.
Präventivmaßnahmen gegen Starkregen-Schäden
- Rückstauventil in der Hausentwässerung einbauen – verhindert Kanalrückstau
- Lichtschächte mit Abdeckungen sichern
- Keine Wertgegenstände im Keller lagern (besonders in Risikoregionen)
- Bodenabläufe regelmäßig reinigen
- Starkregen-Warnungen (Unwetter-App des DWD) beachten
Das fragen Leser zu Starkregen und Hausrat: Was is
Wie berechne ich die richtige Versicherungssumme?
Die Standardformel: Wohnfläche? in qm × 650 € = Versicherungssumme?. Diese Faustregel deckt einen durchschnittlich eingerichteten Haushalt ab. Wer hochwertige Möbel, teure Elektronik oder Sammlerstücke hat, sollte die Summe höher ansetzen – und Einzelobjekte über 1.000 € explizit im Vertrag nennen.
Muss ich jeden Schaden melden, auch kleine?
Nicht unbedingt. Sehr kleine Schäden unter dem Selbstbehalt? lohnen sich nicht zu melden. Außerdem: Zu viele Schäden in kurzer Zeit können zu Prämienerhöhungen führen oder im Extremfall zur Kündigung? durch den Versicherer. Daher: Kleinschäden selbst tragen, nur relevante Schäden melden.
Was ist der Unterschied zwischen Hausrat- und Gebäudeversicherung?
Hausratversicherung: Schützt dein persönliches Eigentum (alles, was du beim Umzug? mitnehmen würdest). Wohngebäudeversicherung: Schützt das Gebäude selbst (Wände, Dach, fest eingebaute Heizung). Als Mieter? brauchst du nur die Hausratversicherung – die Gebäudeversicherung ist Sache des Vermieters.
Wenn etwas bei Schäden passiert: Diese Schritte helfen
Die Schadensabwicklung ist der Moment der Wahrheit bei der Hausratversicherung. Wer gut vorbereitet ist, bekommt seine Erstattung schneller und vollständiger. Sofortmaßnahmen je nach Schadentyp: Bei Einbruch — Polizei (110) sofort, Tatort nicht verändern, Aktenzeichen notieren. Bei Wasserschaden — Haupthahn abdrehen, Strom abschalten, Versicherer anrufen. Bei Brand — Feuerwehr (112), Gebäude verlassen, dann erst Versicherung.
Jetzt Schäden-Hausrat dokumentieren: So geht es
Die beste Vorbereitung auf den Schadensfall?: Ein jährlich aktualisiertes Rundgang-Video durch alle Räume. 10–15 Minuten Smartphone-Video zeigen alles, was vorhanden ist — mit Seriennummern, Marken und Modellen sichtbar. Dieses Video in der Cloud speichern (Google Drive, iCloud). Im Schadensfall ist dieses Video bares Geld wert — ohne Nachweis? bekommt man weniger oder gar nichts.
Schäden: Diese Nummern brauchst du nach dem Schaden
Speichern Sie folgende Nummern im Smartphone: Polizei 110 (Einbruch, Diebstahl?), Feuerwehr 112 (Brand, Notfall), Ihre Versicherungs-Hotline (auf Versicherungsschein). Viele Versicherer bieten 24-Stunden-Notfallhotlines — prüfen Sie im Voraus, ob Ihr Versicherer dies anbietet. Im Schadensfall gilt: Ruhe bewahren, Sofortmaßnahmen treffen, dokumentieren, dann melden.
Schäden: Was tun nach einem Einbruch? Die Checkliste
- Polizei rufen (110) – Einbruch sofort anzeigen, Aktenzeichen notieren
- Nichts anfassen / aufräumen bis Polizei vor Ort war
- Versicherung informieren – Schaden sofort melden (oft Frist 72 Stunden)
- Schaden dokumentieren: Fotos von Schäden, Liste gestohlener Gegenstände mit Wert
- Belege sammeln: Kaufbelege, Kontoauszüge, alte Fotos der Gegenstände
- Türreparatur: Schlüsseldienst-Rechnung aufbewahren (wird erstattet)
Wichtig: Viele Versicherungen haben eine kurze Melde-Frist (24–72 Stunden). Zu spät meldete Schäden können abgelehnt werden.
Beim Schäden-Vergleich auf diese Faktoren achten
Die Unterschiede zwischen Tarifen sind erheblich: Für dieselbe Wohnung können zwei verschiedene Anbieter bis zu 60 % unterschiedliche Prämien berechnen – bei ähnlichem Schutzumfang. Ein strukturierter Vergleich lohnt sich daher in jedem Fall.
- Versicherungssumme realistisch ansetzen (650 € × qm als Faustregel)
- Neuwertersatz statt Zeitwert? wählen – zahlt sich im Schadensfall aus
- Selbstbehalt: 150 € senkt die Prämie?, ohne den Schutz wesentlich zu schwächen
- Fahrrad- und Glasbruchklausel je nach Bedarf einschließen
Häufig gestellte Fragen
Wie hoch sollte die Versicherungssumme meiner Hausratversicherung sein?
Als Faustregel gilt: 650 bis 700 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Bei hochwertiger Einrichtung, teuren Elektrogeräten oder Sammlungen sollten Sie die Summe entsprechend erhöhen. Eine Inventarliste? hilft dabei, den tatsächlichen Wert exakt zu ermitteln.
Was ist der Unterschied zwischen Neuwert? und Zeitwert?
Der Neuwert entspricht dem aktuellen Kaufpreis eines gleichwertigen neuen Gegenstands. Der Zeitwert berücksichtigt Alter und Abnutzung. Im Schadensfall bedeutet ein Zeitwerttarif deutlich geringere Entschädigungen – besonders bei älteren Geräten. Wählen Sie immer einen Neuwerttarif.
Wann greift die grobe Fahrlässigkeit?
Grobe Fahrlässigkeit liegt vor, wenn Sie die im Verkehr übliche Sorgfalt in besonders schwerem Maße verletzt haben – etwa wenn Sie vergessen haben, ein Fenster zu schließen, bevor Sie in den Urlaub fahren. Viele Premium-Tarife schließen grobe Fahrlässigkeit? ein und verzichten auf die Kürzung der Entschädigung?.
Wie kann ich bei der Hausratversicherung sparen?
Am meisten sparen Sie durch: regelmäßigen Tarifvergleich (alle 2 Jahre), Jahreszahlung statt monatlich (ca. 5 Prozent Rabatt), höheren Selbstbehalt, Sicherheitsmaßnahmen wie VdS-Schlösser oder Alarmanlage. Auch der Wechsel zu einem Direktversicherer kann die Prämie erheblich senken.
Gilt die Hausratversicherung auch für Gegenstände außerhalb der Wohnung?
Ja – über die sogenannte Außenversicherung. Diese schützt Ihren Hausrat auch unterwegs, z. B. im Hotel, Auto oder am Urlaubsort. Typischerweise ist die Außenversicherung? auf 10 bis 20 Prozent der Versicherungssumme begrenzt. Für Fahrräder ist meist ein separater Einschluss nötig.