Ein Anbieterwechsel bei der Hausratversicherung kann hunderte Euro im Jahr sparen – bei gleicher oder besserer Leistung. Wer den Wechsel systematisch angeht, hat schnell mehr Geld in der Tasche.
Warum überhaupt wechseln?
- Prämien sind seit Abschluss deutlich gestiegen
- Andere Anbieter bieten bessere Leistungen zum gleichen Preis
- Neue Klauseln (grobe Fahrlässigkeit, Elementarschutz) beim alten Anbieter nicht verfügbar
- Schlechter Service im Schadensfall?
Schritt 1: Vertragsende und Kündigung klären
Sieh im aktuellen Versicherungsschein nach, wann der Vertrag endet und welche Kündigungsfrist gilt (meist 3 Monate). Berechne das Datum, bis wann die Kündigung? spätestens beim Versicherer sein muss.
Schritt 2: Vergleich durchführen
Vergleiche mindestens 5–10 Anbieter über Vergleichsportale (Check24, Verivox) oder direkt auf Anbieterseiten. Achte dabei nicht nur auf den Preis, sondern auch auf:
- Einschluss grober Fahrlässigkeit
- Höhe der Versicherungssumme
- Elementarschadenklausel
- Überspannungsschutz
- Bewertungen und Service-Qualität
Schritt 3: Neue Police abschließen
Schließe die neue Police so ab, dass sie nahtlos an die alte anschließt – ohne Versicherungslücke. Viele Anbieter können das Startdatum flexibel auf das Ende der alten Police legen.
Schritt 4: Alte Police kündigen
Kündige die alte Police rechtzeitig (Muster aus dem vorigen Artikel nutzen). Warte auf die Bestätigung und dann erst entspannen.
Schritt 5: Neuen Versicherungsschein prüfen
Nach Erhalt des neuen Versicherungsscheins: alle Daten prüfen. Stimmen Adresse, Wohnfläche?, Versicherungssumme?? Sind alle gewünschten Klauseln enthalten?
Wie viel kann ich sparen?
Viele Versicherungsnehmer zahlen für ihren Vertrag 150–300 Euro zu viel pro Jahr. Durch einen Wechsel zu einem günstigeren Anbieter bei gleicher Leistung kann man leicht 30–50 % sparen.
FAQ: Anbieterwechsel Hausratversicherung
Kann ich auch mitten im Jahr wechseln?
Nur bei Sonderkündigungsrecht (Prämienerhöhung, Schadenfall). Sonst erst zum Vertragsende.
Was passiert mit der anteiligen Prämie? wenn ich wechsle?
Der alte Anbieter erstattet die nicht verbrauchte Prämie anteilig.
Ist ein Wechsel nach einem Schadensfall sinnvoll?
Ja, gerade dann steht einem das Sonderkündigungsrecht? zu. Aber: Manche Anbieter fragen nach Vorschäden.
Wie man Tarife richtig vergleicht
Beim Tarifvergleich kommt es nicht nur auf den Preis an. Vergleichen Sie immer: Eingeschlossene Gefahren (Feuer, Einbruch, Wasser, Sturm — sollten alle dabei sein), Elementarschutz (Zusatzbaustein oder inkludiert?), Deckungssummen für Fahrräder und Wertsachen, Selbstbeteiligung, maximale Jahresleistung. Ein billiger Tarif? ohne Elementarschutz kann im Hochwasserfall teuer werden.
Testsieger und unabhängige Bewertungen
Stiftung Warentest, Ökotest und Finanztest testen regelmäßig Hausratversicherungen. Häufige Testsieger: HUK-Coburg, LVM, DEVK, Allianz (Leistungstest). Für digitale Erfahrungen: Trustpilot-Bewertungen von FRIDAY und Lemonade lesen. Diese kombinierten Quellen — Stiftung Warentest für Leistung, Trustpilot für Service — geben das vollständigste Bild.
Online vs. Makler: Wo abschließen?
Online-Vergleichsportale zeigen in 10 Minuten 20-40 Tarife — ideal für Standardhaushalte. Versicherungsmakler empfehlen sich bei komplexen Situationen: hochwertiger Hausrat?, Wertsachensammlung, untypische Wohnform, Gewerbe im Heimbereich. Makler sind gesetzlich zur objektiven Beratung verpflichtet — ihre Provision zahlt die Versicherung, nicht Sie. Direktversicherer? wie FRIDAY bieten oft günstige Konditionen, da kein Außendienst. Tipp: Online vergleichen, dann bei Bedarf Makler für Feintuning einschalten.
Vergleich-Tipp: Achten Sie beim Tarifvergleich nicht nur auf den Preis, sondern auf das Leistungs-Preis-Verhältnis. Ein Tarif für 80 Euro/Jahr mit Elementarschutz ist besser als einer für 60 Euro ohne. Die jährliche Preisdifferenz von 20 Euro amortisiert sich im ersten kleineren Elementarschaden innerhalb von Stunden.
Typische Fragen zur Kündigung der Hausratpolice
Wann kann ich meine Hausratversicherung kündigen?
Ordentlich: Zum Ende der Vertragslaufzeit mit 3 Monaten Frist – Datum im Vertrag nachschauen. Außerordentlich: Nach einer Prämienerhöhung (4 Wochen Frist), nach einem Schadensfall (1 Monat nach Regulierung), bei Umzug? ins Ausland. Kündigung immer schriftlich per Einschreiben oder per Kundenportal.
Was ist die Nachhaftungsklausel und warum ist sie wichtig?
Nach Kündigung kann die Versicherung noch bis zu 3 Monate weiter haften – das nennt sich Nachhaftung. Wichtig: Neuer Anbieter informieren, dass du noch nachhaftungsgeschützt bist, damit keine doppelte Deckungslücke entsteht. Beim Wechsel immer darauf achten, dass der neue Vertrag nahtlos anschließt.
Wie wechsle ich die Hausratversicherung am einfachsten?
Bequemster Weg: Den neuen Anbieter mit der Kündigung beauftragen (Vollmacht ausstellen). Viele Direktversicherer übernehmen das automatisch. Alternativ: Alten Vertrag selbst schriftlich kündigen (Einschreiben), Kündigungsbestätigung abwarten, dann neuen Vertrag nahtlos abschließen.
Unterversicherung bei Wechsel ausschließen
Wenn die Versicherungssumme unter dem tatsächlichen Hausratwert liegt, spricht man von Unterversicherung. Im Schadensfall zahlt die Versicherung dann nur anteilig:
Formel: Erstattung = Schaden × (Versicherungssumme ÷ tatsächlicher Wert)
Beispiel: Hausratwert 60.000 €, Versicherungssumme 40.000 €, Schaden 6.000 € → Erstattung nur 4.000 €. Das ist ein Verlust von 2.000 € durch Unterversicherung?. Vermeidung: Versicherungssumme alle 3–5 Jahre aktualisieren.
Häufig gestellte Fragen
Wie hoch sollte die Versicherungssumme meiner Hausratversicherung sein?
Als Faustregel gilt: 650 bis 700 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Bei hochwertiger Einrichtung, teuren Elektrogeräten oder Sammlungen sollten Sie die Summe entsprechend erhöhen. Eine Inventarliste? hilft dabei, den tatsächlichen Wert exakt zu ermitteln.
Was ist der Unterschied zwischen Neuwert? und Zeitwert??
Der Neuwert entspricht dem aktuellen Kaufpreis eines gleichwertigen neuen Gegenstands. Der Zeitwert berücksichtigt Alter und Abnutzung. Im Schadensfall bedeutet ein Zeitwerttarif deutlich geringere Entschädigungen – besonders bei älteren Geräten. Wählen Sie immer einen Neuwerttarif.
Wann greift die grobe Fahrlässigkeit??
Grobe Fahrlässigkeit liegt vor, wenn Sie die im Verkehr übliche Sorgfalt in besonders schwerem Maße verletzt haben – etwa wenn Sie vergessen haben, ein Fenster zu schließen, bevor Sie in den Urlaub fahren. Viele Premium-Tarife schließen grobe Fahrlässigkeit ein und verzichten auf die Kürzung der Entschädigung?.
Wie kann ich bei der Hausratversicherung sparen?
Am meisten sparen Sie durch: regelmäßigen Tarifvergleich (alle 2 Jahre), Jahreszahlung statt monatlich (ca. 5 Prozent Rabatt), höheren Selbstbehalt?, Sicherheitsmaßnahmen wie VdS-Schlösser oder Alarmanlage. Auch der Wechsel zu einem Direktversicherer kann die Prämie erheblich senken.
Gilt die Hausratversicherung auch für Gegenstände außerhalb der Wohnung?
Ja – über die sogenannte Außenversicherung. Diese schützt Ihren Hausrat auch unterwegs, z. B. im Hotel, Auto oder am Urlaubsort. Typischerweise ist die Außenversicherung? auf 10 bis 20 Prozent der Versicherungssumme begrenzt. Für Fahrräder ist meist ein separater Einschluss nötig.