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Hausratversicherung bei Todesfall: Was Erben wissen müssen

6 Min. Lesezeit
Frau kuendigt Versicherung am Notebook

Ein Angehöriger ist verstorben — was passiert mit seiner Hausratversicherung? Läuft sie weiter, wer zahlt die Prämie, und wie kündigen Erben den Vertrag?

Das Wichtigste in Kürze
  • Was passiert mit der Hausratversicherung beim Tod?
  • Wann sollten Erben kündigen?
  • Prämienrückerstattung für nicht genutzte Zeit
  • Schäden vor der Kündigung: Was gilt?
  • Jetzt Tarife kostenlos vergleichen →
Redaktionell geprüft · hausratversicherung.one · 2026

Hausratversicherung bei Todesfall: Was Erben wissen müssen

Der Tod eines Angehörigen bringt neben dem Schmerz viele bürokratische Aufgaben mit sich. Auch die Hausratversicherung muss geregelt werden — und das innerhalb bestimmter Fristen.

Was passiert mit der Hausratversicherung beim Tod?

Der Versicherungsvertrag erlischt nicht automatisch mit dem Tod des Versicherungsnehmers. Er geht auf die Erben über — der Schutz bleibt zunächst bestehen. Das ist wichtig, falls es direkt nach dem Todesfall noch Schäden gibt (z.B. Einbruch in die nun leerstehende Wohnung).

Wann sollten Erben kündigen?

Erben haben mehrere Optionen:

  • Vertrag übernehmen: Wenn man die Wohnung selbst bezieht oder den Hausrat? übernimmt
  • Kündigen: Wenn die Wohnung aufgelöst wird — dafür gibt es ein Sonderkündigungsrecht

Das Sonderkündigungsrecht? nach § 16 VVG erlaubt es den Erben, den Vertrag innerhalb eines Monats nach Kenntnis des Erbfalls zu kündigen — rückwirkend zum Todesdatum.

Prämienrückerstattung für nicht genutzte Zeit

Wurde die Prämie? bereits jährlich im Voraus gezahlt, haben Erben Anspruch auf anteilige Rückerstattung für die Zeit nach dem Tod. Sprechen Sie den Versicherer direkt an.

Schäden vor der Kündigung: Was gilt?

Tritt zwischen Tod und Kündigung? ein Schaden auf (z.B. Einbruch in die leerstehende Wohnung), ist dieser in der Regel noch über den bestehenden Vertrag gedeckt. Melden Sie Schäden unverzüglich und informieren Sie den Versicherer parallel über den Todesfall.

Was Erben beim Versicherer mitteilen müssen

  1. Todesfall melden (Sterbeurkunde als Nachweis?)
  2. Entscheidung mitteilen: Vertrag übernehmen oder kündigen
  3. Bei Übernahme: Neuen Versicherungsnehmer angeben (Adresse, Kontoverbindung)
  4. Bei Kündigung: Datum der Wohnungsauflösung angeben

Häufige Fragen zu Hausratversicherung bei Todesfall: Was E

Wie berechne ich die richtige Versicherungssumme?

Die Standardformel: Wohnfläche? in qm × 650 € = Versicherungssumme?. Diese Faustregel deckt einen durchschnittlich eingerichteten Haushalt ab. Wer hochwertige Möbel, teure Elektronik oder Sammlerstücke hat, sollte die Summe höher ansetzen – und Einzelobjekte über 1.000 € explizit im Vertrag nennen.

Muss ich jeden Schaden melden, auch kleine?

Nicht unbedingt. Sehr kleine Schäden unter dem Selbstbehalt? lohnen sich nicht zu melden. Außerdem: Zu viele Schäden in kurzer Zeit können zu Prämienerhöhungen führen oder im Extremfall zur Kündigung durch den Versicherer. Daher: Kleinschäden selbst tragen, nur relevante Schäden melden.

Was ist der Unterschied zwischen Hausrat- und Gebäudeversicherung?

Hausratversicherung: Schützt dein persönliches Eigentum (alles, was du beim Umzug? mitnehmen würdest). Wohngebäudeversicherung: Schützt das Gebäude selbst (Wände, Dach, fest eingebaute Heizung). Als Mieter? brauchst du nur die Hausratversicherung – die Gebäudeversicherung ist Sache des Vermieters.

Versicherungssumme bei Todesfall: Die Formel

Die wichtigste Frage bei der Hausratversicherung ist die richtige Versicherungssumme. Zu wenig versichert — und Sie erhalten im Schadensfall? nur anteilige Erstattung (Unterversicherung). Zu viel versichert — und Sie zahlen unnötig hohe Prämien. Die bewährte Faustformel: 650 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Für eine 80-qm-Wohnung wären das 52.000 Euro. Wer überdurchschnittlich viel Elektronik, E-Bikes oder Sammlungen besitzt, sollte diesen Wert nach oben korrigieren.

Sinnvolle Erweiterungen für Todesfall

Nicht jeder Zusatzbaustein ist für jeden Haushalt sinnvoll. Elementarschutz (Überschwemmung?, Erdbeben?) ist für alle Haushalte mit Keller? oder Gewässernähe unverzichtbar — bundesweit sollte er eingeschlossen sein. Fahrradklausel?: Pflicht für E-Bike?-Besitzer. Glasbruchversicherung: Sinnvoll bei großen Terrassenscheiben oder Ceranfeld. Außenversicherung: Wichtig für Diebstahl? auf Reisen. Cyberschutz: Neu und für technikaffine Haushalte relevant. Alles andere sind "nice-to-have" — prüfen Sie den Mehrwert konkret.

Todesfall-Police kündigen und zum besseren Tarif wechseln

Die Kündigung einer Hausratversicherung ist einfacher als viele denken. Standardmäßig gilt eine Kündigungsfrist von 3 Monaten zum Ablauf der Vertragslaufzeit. Bei Beitragserhöhung oder Schadenfall hat man ein Sonderkündigungsrecht (meist 1 Monat nach Bekanntmachung). Den neuen Vertrag immer erst abschließen, dann den alten kündigen — so entsteht keine Deckungslücke. Viele neue Anbieter übernehmen die Kündigung des alten Vertrags kostenlos.

Unterversicherung bei Todesfall: So erkennst du sie

Wenn die Versicherungssumme unter dem tatsächlichen Hausratwert liegt, spricht man von Unterversicherung?. Im Schadensfall zahlt die Versicherung dann nur anteilig:

Formel: Erstattung = Schaden × (Versicherungssumme ÷ tatsächlicher Wert)

Beispiel: Hausratwert 60.000 €, Versicherungssumme 40.000 €, Schaden 6.000 € → Erstattung nur 4.000 €. Das ist ein Verlust von 2.000 € durch Unterversicherung. Vermeidung: Versicherungssumme alle 3–5 Jahre aktualisieren.

Checkliste für die Todesfall-Versicherung

BausteinWichtigkeitFür wen besonders?
Einbruchdiebstahl?PflichtAlle Haushalte
LeitungswasserschadenPflichtBesonders Altbau
Feuer / Blitzschlag?PflichtAlle Haushalte
FahrradklauselEmpfohlenAktive Fahrradfahrer, Städte
GlasbruchOptionalGroße Glasfronten, Kamine
ElementarschutzEmpfohlenFluss-/Hangnähe, Keller
NeuwertersatzEmpfohlenHochwertige Ausstattung

Was kostet das wirklich? Preisorientierung

WohnungsgrößeVersicherungssummeJahresprämie (ca.)
bis 40 qm26.000 €40–75 €
40–70 qm39.000 €60–110 €
70–100 qm58.500 €85–150 €
100–130 qm78.000 €115–195 €

Die Preise schwanken je nach Anbieter und Region erheblich. Ein Vergleich spart oft 30–50 % bei gleichem Schutzumfang.

Worauf beim Vergleich achten?

  • Neuwertersatz statt Zeitwert? – zahlt sich bei älteren Geräten aus
  • Selbstbehalt 150–250 € senkt Prämie ohne wesentlichen Schutzwertverlust
  • Ausschlüsse lesen – besonders bei Fahrrad, Wertsachen und Elementarschäden?
  • Kündigungsfristen prüfen – manche Tarife haben automatische Verlängerung

Todesfall: So zahlt sich Einbruchsschutz doppelt aus

Wer aktiv in Einbruchschutz investiert, wird von Versicherern oft mit Prämienrabatten belohnt. Gleichzeitig sinkt das Einbruchrisiko real. Eine Win-Win-Situation.

MaßnahmeKostenPrämienrabatt möglich
RC2-Schloss an Haupttür80–200 €bis -10 %
Türverstärkung / Sicherheitstür300–1.500 €bis -15 %
Fenstersicherung (Stangengriff)20–60 € je Fensterbis -5 %
Einbruchmeldeanlage (DIN EN 50131)800–3.000 €bis -20 %
Smart-Home-Kamera / Bewegungsmelder100–400 €je nach Versicherer

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch sollte die Versicherungssumme meiner Hausratversicherung sein?

Als Faustregel gilt: 650 bis 700 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Bei hochwertiger Einrichtung, teuren Elektrogeräten oder Sammlungen sollten Sie die Summe entsprechend erhöhen. Eine Inventarliste? hilft dabei, den tatsächlichen Wert exakt zu ermitteln.

Was ist der Unterschied zwischen Neuwert? und Zeitwert?

Der Neuwert entspricht dem aktuellen Kaufpreis eines gleichwertigen neuen Gegenstands. Der Zeitwert berücksichtigt Alter und Abnutzung. Im Schadensfall bedeutet ein Zeitwerttarif deutlich geringere Entschädigungen – besonders bei älteren Geräten. Wählen Sie immer einen Neuwerttarif.

Wann greift die grobe Fahrlässigkeit?

Grobe Fahrlässigkeit liegt vor, wenn Sie die im Verkehr übliche Sorgfalt in besonders schwerem Maße verletzt haben – etwa wenn Sie vergessen haben, ein Fenster zu schließen, bevor Sie in den Urlaub fahren. Viele Premium-Tarife schließen grobe Fahrlässigkeit? ein und verzichten auf die Kürzung der Entschädigung?.

Wie kann ich bei der Hausratversicherung sparen?

Am meisten sparen Sie durch: regelmäßigen Tarifvergleich (alle 2 Jahre), Jahreszahlung statt monatlich (ca. 5 Prozent Rabatt), höheren Selbstbehalt, Sicherheitsmaßnahmen wie VdS-Schlösser oder Alarmanlage. Auch der Wechsel zu einem Direktversicherer? kann die Prämie erheblich senken.

Gilt die Hausratversicherung auch für Gegenstände außerhalb der Wohnung?

Ja – über die sogenannte Außenversicherung?. Diese schützt Ihren Hausrat auch unterwegs, z. B. im Hotel, Auto oder am Urlaubsort. Typischerweise ist die Außenversicherung auf 10 bis 20 Prozent der Versicherungssumme begrenzt. Für Fahrräder ist meist ein separater Einschluss nötig.

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Stand: 16. Januar 2025 6 Min. Lesezeit
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